Lebensmittengeschichten

Uta Lewien über ihren Blog:

Die Lebensmitte – Wann beginnt sie und wie definiert man sie?

Ist sie abhängig vom runden Geburtstag oder ist es eher eine Gefühlssache? Diese Frage beschäftigt mich seit einiger Zeit. Ich selbst gehöre auch zu der Generation, die Mitte der Jahre 1950/1960 geboren wurde. So beschreibt uns die Soziologie als Alterskohorte (schreckliches Wort!) mit der sowohl der Begriff der Masse als auch der Individualität neue Aspekte gewonnen hat.  Als 1960-iger Jahrgang, bin auch ich tagtäglich mit einer Art von Lebenskette unterwegs.  Über 40 Jahre im Beruf, eine Familie gegründet, Krankheiten überwunden, viel Freude und auch die traurigen Zeiten durchlebt. Das alles gehörte zum Drehbuch meines Lebens. Für mich ist die Lebenskette ein Symbol,  steht sie doch für viele einzelne Momente, die aufgezogen sind wie eine Perlenkette. Jeder kennt das, wie das so ist mit einem Bindungselement. Ob Kette, Schnur, Leine oder im übertragenen Sinn betrachtet, eine Reihe von eigenen oder fremden Erwartungen an uns…Mit ihr läuft man mal sportlich neben der Spur, man verheddert sich auch mal, stolpert vielleicht…steht wieder auf – hoffentlich! Und genau das könnte der Moment sein, mal wieder etwas mehr über sich und das Leben nachzudenken. Wir erkennen, dass es vielen von uns so ähnlich geht, weil wir das Schicksal einer Generation teilen,  mit anderen Werten und Idealen als die unserer Eltern. Im Alltag haben wir vielleicht den Blick für das Wesentliche verloren. Auf unser einzigartige Leben, das endlich ist.

Meiner Generation wird ganz viel zugeschrieben. Allein die mengenmäßige Vielzahl und das stetige Streben nach Unabhängigkeit. Wir waren es auch gewöhnt, immer aus dem Vollen zu schöpfen, gemeinschaftlich im Rudel unterwegs.  Mit Blick auf die nachfolgenden Generationen W, Y oder auch Z streben wir auch nach Unabhängigkeit, Leistung und Weltoffenheit. Und doch sind wir dann erschrocken, wenn genau unsere Kinder und Enkel diese Ethik als selbstverständlich ansehen. Diese Weltoffenheit und Freiheit ist uns wichtig, weil wir mit Mauern groß geworden sind. Wir waren und sind manchmal schnell in unseren Handlungen. Wundern uns dann, dass beispielsweise die Globalität auch mehr im Gepäck hat als sich auf den ersten Blick erwarten lies.  Neue Märkte bedeuten auch großen Wettbewerb, vielleicht auch zeitweise das Verlorengehen von Werten und Sicherheit, dafür aber auch der Gewinn von Vielfalt und neuen Sichtweisen.

„Erfahrungen sind die Jahresringe der Menschen“, stellte der Schauspieler Paul Hörbiger einmal fest. Unser reichhaltiger Erfahrungsschatz sollte uns anspornen, mit dem Leben in der Lebensmitte und uns liebevoller umzugehen. Ich bin der Meinung, wir haben keine Zeit mehr, für Resignation, Selbstaufgabe, Zweifel oder Unsicherheit. Geben wir doch uns und unseren Mitmenschen mehr Aufmerksamkeit dem Leben in der Lebensmitte.

In meinem Blog werde ich schreiben, was mich bewegt. Ich gehe auf die spannende Reise, neue Eindrücke zu gewinnen, Menschen kennenzulernen und darüber zu erzählen. Ich hoffe auf Geschichten, die Mut machen, die uns glückliche oder vielleicht auch traurige Erkenntnisse bescheren . Es wird Themen geben, darüber werden wir hoffentlich diskutieren und viele Meinungen zusammen tragen. Ich lade Dich dazu ein.

(Der Screenshot ist zum Blog verlinkt.)

 

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